Der Weg der gekreuzigten Liebe

Die Welt leidet so sehr an ihre Krankheiten und Wunden, verlangt derartig im Geheimen nach Christentum und gleichzeitig ist so weit weg vom Christentum entfernt, sodass das Christentum sich nicht länger erlauben kann, der Welt sein Gesicht in einem verzerrten, verdrehten, verkleinerten Gestalt zu zeigen. Das Christentum muss wieder der Welt Christus zeigen, die Welt mit dem Feuer der Liebe Christi erfüllen, erleuchten und wärmen und für diese Welt aufs Kreuz zu gehen. Und möge dieses neu errichtete Kreuz der christlichen Liebe schon wieder ein Wahnsinn für die neuen Griechen und ein Ärgernis für die neuen Juden werden (1 Kor 1). Denn für uns ist und bleibt das Kreuz die einzige Weisheit und die einzige Quelle der Kraft Gottes.

Mögen wir berufen sein, zur geistlichen Armut, zur Narrheit, zur Verfolgungen und Schmähungen – wir wissen, dass das die einzige Berufung ist, die uns von Ihm Selbst, dem Verfolgten, Verschmähten, Verarmten Christus gegeben wurde. Und wir nicht nur glauben an die Verheißungen und an die Seligkeit, – jetzt, in diesem Moment, mitten in der traurigen und verzweifelten Welt, sondern wir erleben diese Seligkeit. Wir erleben diese Seligkeit wenn wir mit der Hilfe Gottes und folgend dem göttlichen Gebot uns selbst verleugnen, wenn wir die Kraft empfangen, unsere Seele für die Seelen unseres Nächsten zu opfern, wenn wir in der Liebe keine eigene Vorteile mehr suchen.

Das ist die Berufung, die von uns, Christen, heute gelebt werden muss – Christus bis zum Tod am Kreuze folgen. Erwarten wir nichts von dieser Welt – denn ein Jünger ist nicht größer als sein Herr. Wir leben in einer Welt, in der dem Schöpfer, dem Erlöser, dem Gott des Universums nicht einmal ein Platz im Gasthaus gefunden werden konnte. Während Seines Lebens für Erlösung uns alle, hatte Er nicht mal ein Ort, wo Er Sein Haupt hinlegen konnte. Folgen wir unserem König – folgen wir der ewigen Liebe. Und verschwenden und verstreuen wir die Liebe Gottes, ohne nachzuzählen – damit in dieser dunklen Welt, die die Finsternis mehr geliebt hat als das Licht, noch viele Seelen gerettet werden können.

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