Rette dich! Es geht um dein Leben!

Die christliche Berufung ist wie Christus zu sein und das ganze Leben eines Christen ist nichts anderes als ein andauernder Prozess des Christuswerdens. Das bedeutet nicht von der Welt zu sein, auch wenn wir in der Welt sind. Die Welt als eine schnell vorübergehende Erscheinung zu betrachten und den Blick nur auf das Ewige und das Wahre zu richten. Je näher wir an Christus kommen, je mehr Christus in uns wächst, desto fremder und einsamer werden wir uns in dieser Welt fühlen. Desto einfacher wird unser Leben sein und desto „weltfremder“. Das Axiom ist klar, wer die Welt liebt, wird zum Feind Gottes. Und wer Gott liebt, wird zum Feind der Welt. (Jak 4,3; 1 Joh 2,15-17).

Der Weg der Nachfolgerschaft Christi führt uns außerhalb der „Stadt“, wie es im Hebräerbrief geschrieben steht: „Lasst uns also zu Ihm vor das Lager hinausziehen und Seine Schmach auf uns nehmen. Denn wir haben hier keine Stadt, sondern wir suchen die künftige“ (13,13). Genau so wie Lot um sein Leben zu retten, musste die Stadt verlassen, so auch wir. Auch über uns wird gelacht und gespottet: „Da ging Lot hinaus und redete und sagte …: „Macht euch auf! Geht aus diesem Ort! Denn der Herr wird die Stadt vernichten“. Aber er war in den Augen (denen, zu wem er redete) als einer, der Scherz treibt“ (Genesis 19,14). Und Christus spricht: „Lasst sie! Die sind die Blinde, die Anführer der Blinden“. Auch wir müssen dem Wort Gottes getreu bleiben: „Rette dich! Es geht um dein Leben! Sieh nicht hinter dich und bleib nicht stehen“ (Genesis 19,17).

Ja, es geht um unser Leben! Um unser ewiges Leben. Es geht um alles oder nichts. Die meisten Menschen werden auf uns nicht zuhören. Sie werden uns für verrückt halten. Genau so wie sie nicht auf Noah gehört haben, genau so wie sie auf Lot und auf die Propheten nicht gehört haben. Genau so wie sie auf Christus nicht gehört haben. Die meisten werden weiterhin auf die Lügen glauben, denn auf eine Lüge zu glauben viel einfacher und bequemer ist, als der Wahrheit zu glauben. Die Wahrheit befreit und Freiheit bedeutet die Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen zu treffen, sich auf den Weg zu machen, beständig und treu zu sein. Die Sklaverei ist viel bequemer. In der Sklaverei muss man keine Verantwortung übernehmen, man muss keine Entscheidungen treffen, man muss nirgendwo hingehen. „Denn es wird eine Zeit kommen“, schreibt der hl. Apostel Paulus, „in der man die gesunde Lehre nicht erträgt, sondern sich nach eigenen Wünschen immer neue Lehrer sucht, die den Ohren schmeicheln. Und man wird der Wahrheit nicht mehr Gehör schenken, sondern sich Fabeleien zuwenden“ (2 Tim 4,3-4).

Der Weg mit Christus führt außerhalb der Welt – in die Wüste. Das ist die monastische Berufung für jeden Christ, ob als Mönch oder verheiratet. „Die Zeit ist kurz“, schreibt der Apostel fernen. „Daher soll, wer eine Frau hat, sich in Zukunft so verhalten, als habe er keine, wer weint, als weine er nicht, wer sich freut, als freue er sich nicht, wer kauft, als würde er nicht Eigentümer, wer sich die Welt zunutze macht, als nutze er sie nicht. Denn die Gestalt dieser Welt vergeht“ (1 Kor 7,29-31). Deswegen sind wir berufen, diese Welt zu verlassen und Christus folgen, alles ertragen und in unserer Hoffnung und in unserem Glauben niemals müde werden, denn „so werden alle, die in der Gemeinschaft mit Jesus Christus ein frommes Leben führen wollen, verfolgt werden. Böse Menschen und Schwindler dagegen werden immer mehr in das Böse hineingeraten; sie sind betrogene Betrüger“ (2 Tim 3, 12-13). Deswegen bevor wir es versuchen werden, die Welt zu retten, retten wir zuerst unsere eigenen Seelen. Folgen wir dem Rat des Wüstenvaters, der auf die Frage, wie man gerettet werden kann, antwortete: „Fliehe Menschen und sei still“. Denn die Zeit ist nahe, sagt der Engel Gottes: „Wer Unrecht tut, tue weiter Unrecht, der Unreine verunreinige sich noch, der Gerechte übe noch Gerechtigkeit und der Heilige heilige sich noch“ ( Offenbarung 22,11).

 

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