Das Müll darf weg!

Wir sind alle vom weltlichen Denken vergiftet. Wir denken, Gott möchte etwas Gutes von uns nehmen und stattdessen uns in die enge Korsette der moralischen Gesetzen und öfters unverständlichen Rituellen zu stecken. Nicht nur wir sind geblendet von dieser Lüge, sondern auch unsere Kirchen, die einer Art „Moralapostel“ spielen, predigen Wasser und trinken Wein. Wir denken, um Gott zu gefallen, müssen wir ein Gesetz erfüllen. Dieses „muss, muss, muss“. Kein Wunder, dass wir mit dieser Art nichts anfangen können und diejenigen die damit etwas anfangen können, werden zu den größten Heuchlern und Pharisäern. So eine Religion bedeutet keine Freude und schon gar  keine Liebe – denn sie wird zu einem ethischen Polizeistaat, indem jeder nur auf die Fehler eines anderen schaut, um anschließend zum Himmel zu schauen und zu sagen: „Ich danke Dir Gott, dass ich nicht so wie die anderen Menschen bin, Sünder, Zöllner, Huren…“

Aus dem himmlischen Vater wird ein Monster gemacht, ein Gendarm des Universums, der nichts anderes zu tun hat, als die Menschen zu verfolgen und zu beobachten. Das ist ein Bild, das der Teufel erfunden hat und damit unsere Herzen und Seelen vergiftet. Dieser gott ist ein grausames Wesen. Auf so einen gott könnte ich auch nie glauben, noch würde ich mit so einem gott etwas zu tun haben wollen. Gegen solchen gott zu rebellieren  wäre das beste was ein Mensch machen könnte – und sollte!

Die Wahrheit ist jedoch, dass Gott uns nur das allerbeste geben will. Das Allerbeste im wahren Sinn des Wortes. Alles, wonach ein Mensch sein ganzes Leben vergeblich sucht, alles woran der Mensch verlangt, alles wonach der Mensch sehnt, das alles will Gott Seinen Kindern schenken. Nein, viel mehr als das – denn unser Herz kann es gar nicht vorstellen, was für eine Fülle des Segens uns in Gott erwartet. Das kann man nicht beschreiben, das kann man nur erleben.

Die Sünde ist deswegen kein Verstoß gegen einem moralischen oder ethischen Regel. Die Sünde ist eine Illusion, ein nichts, mit dem wir versuchen das Vakuum der Seele zu erfüllen und wundern uns, warum die Erfüllung nicht kommt. Sünde ist ein Müll, billige Plastikperlen, die wir für Diamanten halten. Sünde lässt uns nicht an den wahren Segen kommen, weil wir Müll für Schatz halten. Und Müll bleibt einfach Müll. Sünde ist etwas Unechtes, Unwahres, mit dem wir das Echte und Wahre zu ersetzen versuchen. Die Sünde bedeutet die wahre Freude, wahre Liebe, den wahren Glauben, das wahre Leben, die wahren Gefühle, die wahre Berufung und so weiter mit den unwahren, unechten zu ersetzen.

Das ist warum der Weg an die wahren und echten Dingen allein durch den Glauben liegt. Wir dürfen Gott vertrauen. „Kostet und sehet, wie gut der Herr ist“, lautet die Einladung Gottes. Nachdem wir endlich müde werden, uns in unserem Teufelskreis zu drehen, dieselben Fehler immer zu wiederholen, wieder und wieder die Illusion mit der Wahrheit zu verwechseln, werden wir vielleicht klug genug um etwas anderes auszuprobieren. Viel verlieren können wir dabei sowie so nicht. Denn wir wissen aus unserer Erfahrung, dass all die Häuser, die wir wieder und wieder auf dem Sand gebaut haben, konsequent zerstört wurden. Gott lädt uns ein etwas anders auszuprobieren. Unser Leben auf dem Felsen des Wahren zu bauen. Die Stürmen werden auch dann kommen – aber sie werden das Wahre nicht zerstören können. Was wahr ist, das bleibt. Vielleicht werden wir irgendwann einfach müde, dieselben Fehler zu wiederholen. Dann ist der Weg des Glaubens für uns geöffnet wird.

„Selig sind die Armen“, spricht der Herr. Ja, selig sind die Armen. Weil ein armer Mensch ist ein Mensch, der nichts mehr zu verlieren hat. Er hat schon alles verloren. Und hat das glücklicherweise auch erkannt. Er will nicht mehr ins Leere investieren. Er will nicht mehr auf dem Sand bauen. So ein Mensch ist selig, weil er die wahren Schätze erhalten wird.

Alles was von uns verlangt wird, ist zu Gott zurückzukehren und unsere ganze Hoffnung, unser ganzes Vertrauen allein auf Gott zu setzen. Und natürlich das Müll endlich rauszuwerfen, damit der Platz für die wahre und ewige Dinge geschaffen werden kann. Das ist so, wie eine Messi-Wohnung zu räumen. Müll bleibt Müll. Aber wenn Müll weg ist, kommen die Schätze in unser Leben. Die wahren Schätze. Wir wissen ganz genau, dass wir alles im Leben umtauschen müssen – wenn wir uns für ein Ding entscheiden, verzichten wir auf ein anderes Ding. Wir machen das, weil wir wissen, dass das, wofür wir uns jetzt entschieden haben, besser sein muss, als das, worauf wir zu verzichten haben. So ist es mit allem im Leben. So ist es auch mit dem wahren Leben, mit der wahren Liebe, mit dem wahren Frieden.

Ein Christ, wenn er klug ist, verzichtet auf die Sünde, nicht weil er dafür von Gott bestraft wird – der Mensch bestraft sich immer selbst, Gott braucht deswegen gar keinen zu bestrafen, sondern weil er wählt etwas besseres statt etwas schlechteres, etwas Wahres, statt etwas Unwahres, er entscheidet sich für etwas Ewiges, Unvergängliches, für wahre und ewige Liebe, Freude, Kraft und Weisheit und verzichtet deswegen auf etwas anderes – auf alles was unwahr ist, auf alles, was nur billige Versuche sind, diese wahren Werten und Dinge nachzumachen, ihnen zu ähneln.

Gottes Kraft und Seine Liebe wirken in Seinen Kinder. Er hilft uns, das Wahre vom Unwahren zu unterscheiden und immer das Bessere zu wählen, uns für das Beste zu entscheiden. Machen wir das – und schon bald werden wir unser Leben nicht mehr erkennen – und werden uns bloß fragen, waaaaaruuuuum musste es soooooooo laaaaaaange dauern, bis wir es endlich erkannt haben????

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Eine Antwort zu Das Müll darf weg!

  1. kludolph schreibt:

    Das wahrhaftigste Motiv dafür, Gutes zu tun ist keins zu haben.

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