Aus dem Glauben

„Alles, was nicht aus Glauben geschieht, ist Sünde“ schreibt der hl. Apostel Paulus. Das Leben mit Gott und in Gott ist das Leben der Fülle. Gott hat uns zur ultimativen Erfüllung des Lebens berufen, zu wahrer Liebe, zu wahrem Glück, zu wahrer Seligkeit. Gott gibt Seinen Kinder nur die guten Dinge. Das Leben mit Gott ist eine Ewigkeit der Freude und des Friedens.

Zu sündigen, bedeutet gute und wahre Dinge durch ungute und unwahre Dinge zu ersetzen. Statt die Fülle zu haben, sich auf den Fragmenten zu konzentrieren. Die Sünde bedeutet sich im „Klein-Klein“ Modus gefangen zu halten, das wahre Leben zu reduzieren oder auf es ganz zu verzichten. Das bedeutet „das erste Beste“ zu nehmen, statt auf das wahre zu warten. Ein Christ weiß, dass wenn uns etwas nicht gegeben wird, hat es einen guten Grund. Meistens ist der Grund, dass wir darauf noch nicht bereit sind. Dass wir der Gabe, die wir so gerne haben möchten, noch nicht gewachsen sind. Den neuen Wein kann man nicht in die alten Schläuchen aufbewahren. Und wie sehr widersetzen wir uns, die neuen Schläuchen des Heiligen Geistes zu werden!

Das was wir jedoch machen sollen ist zu wachsen. Zu wachsen. Damit die Gnade Gottes uns erneuern kann, damit wir die guten Gaben des wahren Leben erhalten können, statt uns mit den Illusionen weiter zu sättigen zu versuchen. Von den Illusionen werden wir nie satt. Und wen wundert, dass unser Leben so kraftlos ist, dass unsere Projekte sich immer wieder scheitern, dass wir nicht weiter kommen und dieselben Fehler immer wieder mit erstaunlicher Hartnäckigkeit wiederholen?! Nachdem eine Beziehung sich scheitert, nachdem die Illusion einer „wahren“ Liebe verschwindet und sich im nichts auflöst, stürzen wir in eine neue – und schon wieder entscheiden uns für einen Fragment, für eine Illusion. Oder im beruflichen Leben. Wir wollen die wahre Berufung finden und sie leben. Wir geben vielleicht sogar etwas dafür auf, etwas was wir sowie so nicht mehr aushalten können – und dann stürzen uns in eine ähnliche Geschichte. Wen wundert, wenn wir auch nach Jahrzehnten nicht voran gekommen sind?

Aus dem Glauben zu handeln bedeutet dagegen im vollen Vertrauen auf Gott zu warten. Das bedeutet sich für alles oder nichts zu entscheiden, statt sich versuchen mit den Krümmel zu sättigen und immer wieder zu klagen, warum unser Leben so unerfüllt bleibt. Statt sich mit dem „Klein-Klein“ zufrieden zu machen – wovon wir nie zufrieden werden können – sollen wir wachsen, damit wir das Wahre und Ewige erhalten können.

Egal welche Wahl wir im Leben treffen, müssen wir auf etwas anders verzichten. Also warum nicht auf das Unwahre zu verzichten um die Fülle zu erlangen? Ein Christ ist jemand der sich für die Fülle, für Gott allein entscheiden hat. Denn nur in Gott gibt es die Fülle der Liebe, des Friedens und der Freude. Nur in Gott können wir all das finden, wonach jeder einzelne Mensch so sehr verlangt und so verzweifelt sucht.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Tagebuch von Pater Ignatius abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Aus dem Glauben

  1. kludolph schreibt:

    Glaube ist kein Gefühl, sondern eine Entscheidung.

Kommentare sind geschlossen.