Vom Licht und von der Finsternis

„Das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen: Gott ist Licht, und Finsternis ist keine in ihm. Wenn wir sagen: Wir haben Gemeinschaft mit ihm, und gehen unseren Weg in der Finsternis, dann lügen wir und tun nicht, was der Wahrheit entspricht. Wenn wir aber unseren Weg im Licht gehen, wie er selbst im Licht ist, dann haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut seines Sohnes Jesus reinigt uns von aller Sünde“ (1 Joh 1, 5-7).

„Wer sagt, er sei im Licht, und hasst seinen Bruder, ist noch immer in der Finsternis. Wer seinen Bruder liebt, bleibt im Licht, und in ihm ist nichts, was anstössig wäre. Wer aber seinen Bruder hasst, ist in der Finsternis und geht seinen Weg in der Finsternis, und er weiss nicht, wohin er geht, denn die Finsternis hat seine Augen blind gemacht“ (1 Joh 2, 9-11).

„Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst“ (Joh 1,5).

Im Licht zu sein, bedeutet die Gemeinschaft und die Kommunion unter den Kindern Gottes. Wir sind berufen zu einer Gemeinschaft der Liebe miteinander, nach dem Trinitarischen Vorbild. „Ich in ihnen und Du in Mir. So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du Mich gesandt und sie geliebt hast, so wie Du Mich geliebt hast“ (Joh 17,23). In der Gemeinschaft der Gläubigen wird das Geheimnis der Trinität gelebt. Denn Gott ist Licht und es gibt in Ihm keine Finsternis.

Die Finsternis ist die Trennung von Gott und von einander. Das ist warum die Hölle – in Hebräisch „Scheol“ und in Griechisch „Hades“ ein Ort der Finsternis ist. Dort ist keine Kommunion mit den anderen möglich, sondern jeder bleibt dort in seinem eigenen Ego festgehalten. Und es gibt nur eine einzige Möglichkeit uns aus dieser schrecklichen Finsternis und aus dieser Trennung zu befreien und uns miteinander zu verbinden – durch die Liebe. Nur die Liebe verbindet, deswegen ist die Liebe auch das wahre Licht. So wie der Vater Seinen Sohn geliebt hat, so wie der Sohn Seinen Vater liebt und so wie sie zusammen mit dem Heiligen Geist vereint sind. Wie wir über Christus in unserem Glaubensbekenntnis auch sprechen, Er ist „Licht vom Lichte, wahrer Gott vom wahren Gott“.

Das ist der Heiligen Eucharistie dass wir vom Baum des Lebens essen und miteinander und mit unserem Gott, mit dem wir berufen sind Seine Natur zu teilen – die Liebe ist – vereinen. Das ist die lebendige Kommunion der Gläubigen, die eucharistische Versammlung der Berufenden. Eucharistie ist das intimste Mahl, die nur unter den Menschen die durch die Liebe miteinander vereint sind und in Christus zu einem Leib geworden sind, möglich ist. Das warum wir backen das Brot für die Eucharistie, das aus vielen Krümmel besteht – um unsere Einheit miteinander in Christus zum Ausdruck zu bringen. Wir wandern im Licht, weil wir einander lieben. Das ist die Liebe, die die einsamen Körner ins Mehl verwandelt hat, dass sind die Wasser- und Feuertaufe die uns zum lebendigen Brot, würdig als Opfer für Gott dargebracht zu werden, gemacht haben.

Und wir feiern die Heilige Eucharistie am Tag der Auferstehung, am ersten Tag, der außerhalb der sieben Tagen der Schöpfung steht, am Tag, der die neue und erlöste Welt darstellt. Das ist der Tag an dem Gott gesagt hat: „Es werde Licht“. Und Licht bedeutet Liebe und Liebe bedeutet Licht.

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