Christ in der Welt

„Dies aber sage ich, Brüder: Die Zeit ist begrenzt: dass künftig die, die Frauen haben, seien, als hätten sie keine, und die Weinenden, als weinten sie nicht, und die sich Freuenden, als freuten sie sich nicht, und die Kaufenden, als behielten sie es nicht, und die die Welt Nutzenden, als benutzten sie sie nicht; denn die Gestalt dieser Welt vergeht. Ich will aber, dass ihr ohne Sorge seid. Der Unverheiratete ist für die <Sache> des Herrn besorgt, wie er dem Herrn gefallen möge; der Verheiratete aber ist um die <Dinge> der Welt besorgt, wie er der Frau gefallen möge, und <so> ist er geteilt“ (1 Kor 7, 29-33).

Die Zeit ist begrenzt, schreibt der heilige Apostel. Ja, die Zeit ist begrenzt und kurz. Keiner von uns weiß, wann wir diese Erde verlassen und vor dem Gericht Gottes erscheinen müssen. Wenn wir vor diesem Gericht bestehen wollen, denn die Gnade wurde uns gegeben, damit wir schon hier umkehren, müssen wir mit dem ungeteilten Herzen dem Herrn dienen. Das ist die monastische Berufung in der Welt, die der Apostel Paulus hier beschreibt. „Der Mönch ist ein Mensch, der frei seinem König dient“, schreibt Paul Evdokimov. Und das ist genau was auch unser Leben sein soll – frei und Christus-Zentriert. Die Gestalt dieser Welt vergeht – und wir vergehen auch. Deswegen macht es einfach keinen Sinn, wenn ein Christ sich über die weltlichen Dinge kümmert.

Denn wir haben nichts in die Welt mitgebracht, und wir können auch nichts aus ihr mitnehmen. Wenn wir Nahrung und Kleidung haben, soll uns das genügen. Wer aber reich werden will, gerät in Versuchungen und Schlingen, er verfällt vielen sinnlosen und schädlichen Begierden, die den Menschen ins Verderben und in den Untergang stürzen. Denn die Wurzel aller Übel ist die Habsucht. Nicht wenige, die ihr verfielen, sind vom Glauben abgeirrt und haben sich viele Qualen bereitet“ (1 Tim 6, 7-10).

Nichts und niemandem dürfen wir erlauben, uns von unserem Ziel abzuhalten. Niemandem dürfen wir gefallen wollen, außer Gott. Das bedeutet auch die Freude allein im Herrn zu suchen – und uns nicht mit den weltlichen Freuden und Trauern beschäftigen. Denn die Menschen bringen uns immer wieder Freude und dann aber auch sorgen für unser Trauer. Der Weg des Christen in der Welt ist genau so wie in der Wüste – alles loszulassen und sich von allem loszubinden. Und uns allein auf Christus konzentrieren und fokussieren – egal ob verheiratet oder nicht. Die Zeit ist kurz und begrenzt. Verlieren wir sie nicht, zerstreuen wir keine Kräfte, Gefühle und Gedanken auf die Dinge der Welt. sondern bündeln wir sind voll und ganz und richten alles in unserem Leben allein auf den Herrn und Seinen Dienst – damit wir Ihn mit dem ungeteilten Herzen lieben können – Ihn überall und über alles lieben und für Ihm allein leben – bis Er uns zu sich in die ewige Seligkeit nimmt.

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