Christliche Einheit und die monastische Freiheit

Im Laufe der Geschichte wurde das Bild des Mönches (oder besser, eines Christen, denn alle Christen haben eine und dieselbe Berufung) völlig deformiert. Denn ein Mönch ist ein absolut freier Mensch im Dienste seines Königs. Die weltliche Kirche hat ihm diese Freiheit weggenommen, ihn gebrochen und hat ihn in den dogmatischen Regeln gesperrt. Seit dem Mittelalter wächst die Kluft zwischen dem geistlichen Mystizismus und der Theologie. Und die Welt heute braucht desperat neue Heiligen, die wieder das Gebet und den Dogmen vereinen können. So wie die Kirchenväter es auch verstanden haben, als sie geschrieben haben: „Ein Theologe ist derjenige, der beten kann“. Heiligen, in denen das Licht Christi wie in einem Spiegel reflektiert und auch die erleuchtet, die das Licht Christi ablehnen oder unfähig sind, es zu sehen.

Derjenige, der sein Leben auf den drei monastischen Gelübden baut, baut sein Leben auf drei Worten Christi. Deswegen kann er jederzeit an die Welt wenden und erzählen, was er bei Gott gesehen hat. Wenn er wächst und sich in den „Neuen Menschen“ verwandelt, der reif in Christus ist, die Welt wird ihn zuhören.

Derjenige, der mit dem Augen des Glaubens das Unsichtbare sieht; Derjenige, der die Toten auferwecken kann, wenn das der Wille Gottes ist, denn er hat schon seine „kleine Auferstehung“ erlebt. Er kann den wahren Sinn in allem und in jedem erkennen, weil er kann jedes Ding bei seinem wahren Namen nennen. Und selber bleibt nichts anders als den Namen Christi, der an seinen Atem „geklebt“ ist. Solcher Mensch wird die Türen der Endzeiten öffnen und die Rückkehr Christi verkünden.

So wie der hl. Simeon der Neue Theologe es so schön beschreibt, der Heilige Geist fürchtet niemanden und missachtet niemanden. Monastisches Leben – ob in der Welt oder im Kloster – ist eine Ikone des Heiligen Geistes und ist die lebendige Epiclese der Ökumene. Das allgemeine Mönchtum ist die Antwort auf alle Fragen, wie die Einheit der Kirche wiederhergestellt werden kann. Vorausgesetzt, dass dieses allgemeine Mönchtum genau so frei wie der Atem des Lebendigen Gottes sein wird.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Tagebuch von Pater Ignatius abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.