Alles beginnt mit der Umkehr

Alles beginnt mit der Umkehr. Das wahren auch die ersten Worte unseres Herrn Jesus Christus an uns Menschen: „Er verkündete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!“ (Mk 1,14-15). Die Umkehr kommt vor dem Glauben an das Evangelium und ist die Voraussetzung dafür, dass die Gabe des Glaubens uns geschenkt werden kann.

Die Umkehr bedeutet Buße und eine radikale, kompromisslose und vollständige Veränderung der Richtung in die unser Leben gesteuert wird, die Veränderung unseres Denkens, unserer Werte und unserer Art des Seins. Die Umkehr ist das was die Christen heute völlig vergessen haben und was wir alle desperat brauchen. Wir konzentrieren uns viel zu viel auf die Theologie, auf dem Ritus, auf der Zugehörigkeit einer konkreten Konfession. Das alles macht aber überhaupt keinen Sinn, solange wir nicht Christus-Zentriert sind, solange unser Leben immer noch gänzlich anders gelebt wird, als wie Gott es von uns verlangt. Wir leben in einer schrecklichen Illusion, in der wir uns einreden, wir seien Christen ohne Gott als unserem Herrn zu gehorchen und zu dienen. Dass wir weiterhin über unser Leben, unsere Arbeit, unser Geld, unsere Lüste selbst entscheiden können. In der Tat, wir sind die Götter und die Herren unseres Lebens und die meisten von uns beten nicht den Gott des Universums, sondern seine eigene Gottheit des Egos an. Ist es dann ein Wunder, dass unser Leben und unsere Umwelt so unchristlich sind und bleiben? Was wir säen, werden wir ernten.

Wir brauchen desperat uns umzukehren, wir brauchen desperat die Gabe der wahren Buße, die unsere egoistischen und versteinerten, von der Sünde verblendeten Herzen zerbricht, sodass wir stattdessen ein Herz empfangen können, das Gott liebt. Wir sollten beten und flehen, dass uns die Türe der Umkehr geöffnet werden können. Denn wenn sie uns verschlossen bleiben, werden wir nie lebendig, werden nie in das Himmelreich aufgenommen. Denn nur ein Herz, das Gott liebt, kann auch die Menschen und die Schöpfung lieben. Ein Mensch der behauptet, Menschen und die Schöpfung zu lieben, ohne dass sein Herz mit der Liebe vor allen für Gott brennt, lügt oder weiß nicht, was Liebe bedeutet.

Umkehr, Reue, Buße sind sehr kostbare Gaben der Gnade. Sie werden nicht jedem und nicht sofort geschenkt. Wir müssen auf sie geduldig warten, wir müssen sie erflehen. Denn mit ihnen beginnt überhaupt das christliche Leben – mit ihnen fällt der Same der Ewigkeit, den wir im Mysterium der Taufe empfangen haben, auf die gute und fruchtbare Erde und bringt fort die Früchte des Ewigen Lebens. Oh, möge wir inständig dafür beten, dass uns Umkehr und Reue geschenkt werden, bis wir diese kostbarste Gaben empfangen haben! Bis wir gelernt haben, die Sünde mit unserem ganzen Wesen zu hassen und Gott mit unserem Alles zu lieben, bis wir entschlossen sind bis zum Blut gegen die Welt und ihre Versuchungen zu kämpfen! Bis wir nichts anderes mehr wollen, als nur mit Gott zu sein, Ihm allein zu dienen und Ihm allein zu folgen, egal wohin Er uns führen mag! Damit der vollkommene Wille Gottes immer in uns geschehe. Damit wir Leben empfangen – das hier beginnt und niemals aufhört – weil es in Christus verborgen ist. Oh möge uns Gott die Türe der Buße und der Umkehr schenken – die Türe zum ewigen und einzig wahren Leben.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Tagebuch von Pater Ignatius abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.