Wo finden wir heute die Heiligen?

Du möchtest gerne heilige Männer und Frauen Gottes begegnen? Wo gehst du hin, um sie zu finden? Stellst du dir vor, sie in einem Kloster oder auf einem einsamen Berg zu begegnen? Wie stellst du dir den Heiligen überhaupt vor und woran wirst du ihn erkennen, solltest du ihn tatsächlich begegnen? Vielleicht ein älterer Mann oder eine ältere Frau, mit gütigem Blick, vertieft im Gebet, weit entfernt von allem Weltlichen. Oder einen Guru, der sitzt auf seinem kleinen Thron und spricht die Worte der Weisheit. Ein schönes Bild. Aber wie Himmel von der Erde von wahrer Heiligkeit entfernt. Gott kennt unsere Natur und ganz besonders seinen Heiligen mischt Er ganz viel Säure in ihren Wein, damit sie Ihm als Heilige erhalten werden und nicht in die Eitelkeit verfallen.

Ein paar Beschreibungen der Heiligen finden wir in den Heiligen Schriften:

Wer hat unserer Kunde geglaubt? Der Arm des Herrn – wem wurde er offenbar? Vor seinen Augen wuchs er auf wie ein junger Spross, wie ein Wurzeltrieb aus trockenem Boden. Er hatte keine schöne und edle Gestalt, / sodass wir ihn anschauen mochten. Er sah nicht so aus, / dass wir Gefallen fanden an ihm. Er wurde verachtet und von den Menschen gemieden, /ein Mann voller Schmerzen, / mit Krankheit vertraut. Wie einer, vor dem man das Gesicht verhüllt, / war er verachtet; wir schätzten ihn nicht. Aber er hat unsere Krankheit getragen /und unsere Schmerzen auf sich geladen. Wir meinten, er sei von Gott geschlagen, / von ihm getroffen und gebeugt. Doch er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen, /wegen unserer Sünden zermalmt. Zu unserem Heil lag die Strafe auf ihm, / durch seine Wunden sind wir geheilt. Wir hatten uns alle verirrt wie Schafe, jeder ging für sich seinen Weg. Doch der Herr lud auf ihn / die Schuld von uns allen. Er wurde misshandelt und niedergedrückt, aber er tat seinen Mund nicht auf. Wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt, / und wie ein Schaf angesichts seiner Scherer, / so tat auch er seinen Mund nicht auf. Durch Haft und Gericht wurde er dahingerafft, /doch wen kümmerte sein Geschick? Er wurde vom Land der Lebenden abgeschnitten / und wegen der Verbrechen seines Volkes zu Tode getroffen. Bei den Ruchlosen gab man ihm sein Grab, / bei den Verbrechern seine Ruhestätte, obwohl er kein Unrecht getan hat / und kein trügerisches Wort in seinem Mund war. Doch der Herr fand Gefallen an seinem zerschlagenen (Knecht), /er rettete den, der sein Leben als Sühnopfer hingab. Er wird Nachkommen sehen und lange leben. / Der Plan des Herrn wird durch ihn gelingen. Nachdem er so vieles ertrug, erblickt er das Licht. / Er sättigt sich an Erkenntnis. Mein Knecht, der gerechte, macht die vielen gerecht; / er lädt ihre Schuld auf sich. Deshalb gebe ich ihm seinen Anteil unter den Großen /und mit den Mächtigen teilt er die Beute, weil er sein Leben dem Tod preisgab / und sich unter die Verbrecher rechnen ließ. Denn er trug die Sünden von vielen / und trat für die Schuldigen ein. (Jesaja 53).

Bis heute vervollständigen die Heiligen den Maß an den Leiden Christi – zusammen mit Christus leiden sie und zusammen mit Ihm erlösen sie die Welt. Denn wir als Christen wurden nicht nur berufen, mit Christus zu herrschen, sondern mit Christus auch zu leiden.

Und noch ein Hinweis:

Andere haben Spott und Schläge erduldet, ja sogar Ketten und Kerker. Gesteinigt wurden sie, verbrannt, zersägt, mit dem Schwert umgebracht; sie zogen in Schafspelzen und Ziegenfellen umher, Not leidend, bedrängt, misshandelt. Sie, deren die Welt nicht wert war, irrten umher in Wüsten und Gebirgen, in den Höhlen und Schluchten des Landes. (Hebr 11)

Wenn du nach den Heiligen suchst, dann gehe zu den Bedrängten und Verachteten, Verfolgten und Kranken, über die jeder denkt, Gott habe ihn oder sie bestraft, die in der Augen der Welt null und nichts sind. Gehe zu diesen Menschen und du wirst unter ihnen Seine Heiligen finden – deren die Welt nicht wert ist und durch dessen verborgene Gebete diese Welt – ich und du – bis heute erhalten bleiben.

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