Christen, wo seid ihr???

Diese Welt von schnellen Autos und riesigen Flachbildschirmen, unendlichen TV-Serialen und leeren Bierflaschen, gebrochenen Herzen, verratenen Werten, vergessenen Träumen, erkrankten Seelen und unglücklichen Beziehungen, sinnlosem Konsum, ziellosem Leben; diese Welt der Zahlen und Worten, die weder eine Wert noch eine Bedeutung haben; eine Welt ohne Heiligen, ohne Beispiele, ohne Hoffnung und ohne Liebe. Ohne wahrer Liebe, meine ich natürlich, ohne ewiger Liebe und nicht diese Transaktion zwischen den Menschen die heute „Liebe“ genannt wird. Denn nicht jedes Chor ist ein Engelschor.

Wie arm ist diese Welt – mit ständig eilenden Menschen, die so freudelos aussehen. Wie arm ist diese Welt, die das Unvergängliche und Unsterbliche gegen der Vergänglichkeit und Sterblichkeit getauscht hat. Wie arm ist diese Welt, die behauptet, dass Glück, Schönheit und Liebe gekauft werden können.

Auch die Kirche ist von dieser Welt angesteckt wurde. Sie ist lauwarm geworden – mit Priestern die ihre Motivation und Feuer des Glaubens verloren haben, mit den Laien die zu passiven Zuhörern geworden sind, die die „Religion“ nur noch konsumieren wollen – wann und wie es ihnen gefällt. Es wird kein Glaube mehr verkündet, der das Leben verändert. Denn wo ist denn Unterschied zwischen einem Christen und einem weltlichen Menschen? Es gibt genug moralische und gute Menschen, die keine Christen sind. Bestünde das Christentum darin, die Menschen bessere und moralischerer Menschen zu machen, könnten wir darauf sofort verzichten.

Aber es gibt im Christentum um etwas anders: Um die Möglichkeit der Unsterblichkeit. Um die Wiederherstellung des Göttlichen Abbildes in uns – unseres Ur-Bildes, das eine reine und heilige Ikone Gottes ist, die Seine Schönheit spiegelt, von Seiner Kraft strahlt und Seine Natur teilt. Und die Berufung zum Abbild Gottes zu werden – und das nicht-erschaffendes Licht zu sehen. Jesus Christus ist das Inkarnierte Logos – das Wort und durch dieses Wort wurde alles geschaffen auf Himmel und auf Erden. Er ist ein Mensch geworden – für uns. Er, der ewige, allmächtige, allwissende Gott wurde den Menschen gleich. Er wurde geboren in einem Stall, weil es keinen Platz für Ihn in Häusern gab. Er, Gott und Schöpfer aller Welten und aller Menschen wurde misshandelt, verfolgt, beleidigt, verleugnet, verkauft, verraten und gekreuzigt. Von Seiner eigenen Schöpfung wurde Er an das Kreuz gehängt – zusammen mit den Verbrechern. Aber mit Seinem Tod hat Er den Tod besiegt. Er hat Seine Feinde nicht vernichtet – Er hat ihnen das Leben, das ewige Leben angeboten. Er ist in die Hölle abgestiegen um den Adam zu erlösen. Er ist da, um die Sünder zu vergeben, die Kranken zu heilen, den Blinden Augen zu öffnen, die Aussätzigen zu reinigen, die Toten zu erwecken und uns das ewige Leben zu schenken.

Er ruft uns nicht bessere Menschen zu werden – sondern Er will uns zu einer Neuen Schöpfung zu machen – zu einer neuen, neugeborenen Schöpfung, dessen Vater Gott ist, die für das ewige Leben im Himmelreich bestimmt ist. Er hat uns Seine Liebe gezeigt – wenn wir die Liebe sehen und verstehen wollen, schauen wir auf das Kreuz. Auf diesem Kreuz allein werden alle unsere Fragen beantwortet. Es ist unmöglich in Worten zu beschreiben, was denjenigen erwartet, wer sich auf den Weg der Nachfolgerschaft Christi begibt, wer Seinem Ruf gehorsam ist und ihm folgt! Wie unbeschreiblich erfüllend und schön ist das Leben mit Gott, wie köstlich sind die heiligen Speisen der Mysterien (Sakramenten)! Was für eine neue Welt entdecken wir mit jedem Schritt jenseits der Schwelle, die diese Welt vom Himmelreich trennt!

Deswegen ist es unmöglich ins Himmelreich zu kommen, ohne diese Welt zu verlassen. Man kann nicht Christus folgen, ohne seine Komfort-Zone zu verlassen. In der Tat, man kann nicht als neue Schöpfung geboren werden, ohne zuvor zu sterben. Denn nur wer sein Leben verloren hat, wird das neue Leben finden.

Christen! Wo seid Ihr? Wo seid ihr, die auch heute bereit sind, alles aufzugeben, um dem Erlöser zu folgen? Wo seid ihr, die bereit seid, die Welt mit allen ihren Versprechen und Bequemlichkeit zu verlassen, um mit Christus zu sein? Wo seid ihr, die nichts fürchtet außer Gott? Wo seid ihr, die nichts anderes kennt, als Christus den Gekreuzigten? Wo seid ihr, die bereit seid auch sich selbst als wohlgefallendes Opfer Gott zu opfern? Wo seid ihr, die bereit sind das Evangelium, das wahre Evangelium auch heute zu verkünden – mit eurem Leben und mit eurem Wort? Wo seid ihr, die nicht von der Welt seid? Die die Welt für immer verlassen habt und die keine andere Heimat als das Himmelreich habt? Wacht auf und kommt! Denn das Himmelreich ist nah! Lasset uns umkehren und unserem Gott dienen! Lasset uns Christus folgen, egal wohin wir mit Ihm gehen müssen, egal was uns weggenommen wird, egal worauf wir verzichten müssen, egal, alles egal außer Ihm – unserem Geliebten, unserem Gott, unserem Erlöser! Steht auf und kommt zusammen – nicht morgen, heute, JETZT!

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