Paul Evdokimov über die Göttliche Liturgie

Über die Göttliche Liturgie:

Wohl sagte der hl. Nikolai Kavasil: „Man kann nicht darüber hinausgeben, noch etwas hinzufügen … nach der Eucharistie gibt es nichts, wonach man streben könnte …“ Und doch bittet der Diakon nach der Kommunion: „Gib uns Christus, am abendlichen Tag Deines Reiches zu schauen wahrer noch, inniger noch an Dir teilzuhaben“.

Zwischen der Liturgie der Gläubigen und der der Katechumenen findet die Entlassung der Katechumenen statt und wurden ehemals die Kirchentüren geschlossen. Noch hört man: „die Türen, die Türen“. An der Schwelle der heiligen Mysterien schließen sich, nach Maximus Confessor und Simeon von Thessalonich, nicht die Türen der Kirche, sondern die der Geschichte: „Wer Ohren hat zu hören, der höre“. „Wer in der Kirche bleibt, muss wissen, was er tut: er geht über die Geschichte hinaus, er überschreitet die Pforten. Simeon sagt es: „Die Katechumenen werden entlassen und die Gläubigen bleiben, denn dieser Augenblick offenbart das Ende der Zeiten“.

Der Gläubige spricht seinen Glauben im Glaubensbekenntnis aus und bereitet sich vor, sich dem Gericht zu stellen. In der Tat sagt der Priester: „Wir beugen uns nieder und bitten Dich … uns zu gewähren, ohne Verurteilung vor Deinem Heiligen Altar zu stehen .. an Deinen heiligen Mysterien teilzunehmen und Deines himmlischen Reiches würdig befunden zu werden“. So unterzieht sich der Gläubige dem Urteil: im Augenblick der Kommunion wird er auferweckt und tritt wirklich in das Reich ein. Er kann nun singen: „Wir haben den himmlischen Geist empfangen, wir haben das wahre Licht geschaut“. Der Geist wird erbeten und empfangen, damit man das Licht schauen könne, dessen Schau für den Übergang zum eschaton symptomatisch ist.

In der Tat wurde die Frömmigkeit der Juden des Alten Testaments durch das Hören gebildet: „Höre, Israel“. Das Wort setzt, formt, strukturiert die Fundamente der Geschichte. Die messianische Zeit setzt die Vision anstelle der Audition. Nicht mehr: Höre, sondern: Heb ‚ die Augen auf und sieh. So lässt auch das Evangelium das Wort Jesu hren, aber sowie die Geschichte transzendiert ist, werden „die reinen Herzens sind, Gott schauen“. Im Augenblick seines Martyriums sieht der Diakon Stephanos die Himmel offen und schaut Jesus zur Rechten Gottes׳: (Apg 7,55).

G.Kittel betont, dass die Auferstehung des Herrn die Schau des Lichtes der Wiederkunft einleitet und Eintritt in den eschatologischen Aon bezeichnet. Aber die leuchtende Wolke begleitet schon den Auszug, bedeckt die Bundeslade, erfüllt den Tempel, manifestiert die Wohnung der Lichtherrlichkeit, der Ort des Gotteserscheinung. Darum umgeben Moses und Elias, die großen Schauenden, Christus bei seiner Verklärung. Sie sind Zeugen desselben Lichtes der göttlichen Herrlichkeit, welche die Geschichte erleuchtet. Der Hesychasmus hört nicht auf, dieses zu proklamieren.

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