Die zwei Wege

„Geht durch das enge Tor! Denn das Tor ist weit, das ins Verderben führt, und der Weg dahin ist breit und viele gehen auf ihm. Aber das Tor, das zum Leben führt, ist eng und der Weg dahin ist schmal und nur wenige finden ihn“ (Matthäus 7, 13-14).

Viele Menschen beklagen sich darüber, der schmale Weg der Entsagung der Welt sei schwer. In der Tat, das ist kein leichter Weg und vielleicht sogar der steilste von allen. Aber sind die anderen Wege, die Wege der Welt, denn leichter? Wenn ich auf der Straße gehe und Menschen beobachte, wie grimmig, unzufrieden, freudelos sie sind, erweckt es bei mir keinesfalls den Eindruck, sie seien auf einem „leichten“ Weg.

Es gibt in der Wirklichkeit nur zwei Wege: ein sinnvoller und ein sinnloser, ein Weg des Lebens und ein Weg des Todes, ein Weg der Vergänglichkeit und ein Weg der Ewigkeit und Unsterblichkeit. Der weltliche Weg ist erfüllt mit den kurzen, euphorischen Freuden, die danach immer mit Traurigkeit und Leere bezahlt werden. Der Mensch sucht die ganze Zeit nach die Wiederholung von diesen Momenten, die einer Drogenwirkung ähneln. Die verändern keinesfalls die Leere der Realität, sie berauschen und vortäuschen bloß.

Der ewige Weg des Lebens ist mit der ewigen Freude und mit dem ewigen Frieden gekennzeichnet. Das sind keine sinnliche Zustände, sondern Zustände die die sinnliche Welt übersteigen und die materiellen Welt transzendieren. Das ist unmöglich zu beschreiben, weil diese Freude und Frieden nicht von dieser Welt sind – man kann sie nur erleben.

Auf dem weltlichen Weg muss man immer mit Betrug, Schwindel, Unehrlichkeit rechnen. Weil jeder weltliche Mensch versucht eben um jeden Preis das Gefühl der kurzfristigen und vergänglichen, momentanen Freude und Glück zu erzeugen. Alle andere sind nur Objekte die dafür benutzt werden, um diesen Zustand zu erreichen. Und wenn sie nicht mehr dafür gebraucht werden können, werden sie durch andere Objekte ausgetauscht. Ist das nicht das, was passiert wenn Menschen einander verlassen, weil sie ihre neue „Liebe“ entdeckt haben – was bedeutet, dass die „alte Liebe“ nicht länger sie berauschen kann. Aber nach kurze Zeit verliert auch die neue Liebe an Reiz. Und schon wieder wird etwas neues, reizvolles gesucht. Bis ein neues Opfer gefunden wurde oder man selbst zum Opfer eines anderen Menschen, der seine sinnliche Welt schnell zu befriedigen sucht, gefallen ist.

Der Weg des Lebens lehrt die unvergängliche Dinge zu suchen. Das ist nicht einfach, weil wir mittlerweile schon so sehr gewohnt sind, alles auf Knopfdruck zu bekommen. Alles muss schnell sein – schnell abnehmen, schnell heilen, schnell Karriere machen. Die Geschwindigkeit definiert Erfolg – je schneller, desto erfolgreicher. Aber wir alle wissen, wenn auch nur tief in unserer Seele, dass das alles uns nie glücklich und zufrieden machen kann. Sich von dieser Welt und von weltlicher Art des Lebens abzugewöhnen ist wohl dem Drogenentzug sehr ähnlich. Das ist nicht einfach, aber mit der Gnade Gottes ist das möglich. Denn mit jedem Schritt werden wir freier und glücklicher – wahrlich glücklicher.

Das bedeutet nicht, dass wir in der Welt keine Probleme haben werden. Ganz im Gegenteil, es kann durchaus geschehen, dass wir mit viel mehr Probleme und Schwierigkeiten kämpfen werden, als zuvor. Aber wir werden nicht alleine kämpfen – sondern immer mit Gott. Wissend, dass alles was in unserem Leben geschieht, von Ihm, unserem himmlischen und uns über alles liebenden Vater, zugelassen wurde und kann nur unserem ultimativen Guten dienen.

Das Leben in Christus ist wahrlich wunderschön. Denn sogar in der tiefsten Nacht wird uns Sein Licht niemals verlassen. Folgen wir Ihm – anvertrauen wir Ihm unser ganzes Leben. Nehmen wir unser Kreuz auf uns und folgen wir Ihm nach auf dem schmalen Pfad der Ewigkeit! Denn was bringt es, wenn der Mensch die ganze Welt gewinnt und seine eigene Seele verliert?

 

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