Individualismus – die Krankheit der westlichen Zivilisation

Einsamkeit

Das Problem der westlichen Zivilisation – und die westliche Zivilisation ist schon längst keine geographische Gegend, sondern ein globale Kultur die schon auch in den sonst „orthodoxen“ Ländern verbreitet ist – liegt in dem egozentrischen Gefangenschaft des Individuums. Mit dem Anfang der Industrialisierung wurde die Menschen im Westen dem Konsum verkauft – denn nur so kann die Wirtschaft mit ihrem absurden und völlig überflüssigen Anspruch auf ständiges Wachstum überleben. Jeder der die Kraft einer Gemeinschaft schon erlebt hat weiß, wie wenig man eigentlich braucht wenn eine reale Verbindung zu gleichgesinnten Menschen existiert und wo diese Gruppe von Menschen sich zusammen tun um die gemeinsamen Ziele zu erreichen und Träume zu verwirklichen. Jede so eine Gemeinschaft schwächt das Kaufpotenzial und ist deswegen für die Wirtschaft gefährlich und muss zerstört werden. Und es wurde alles gemacht um den Menschen in seinem Ego gefangen zu halten, ihn von jede Form der Gemeinschaft fern zu halten und ihm einzureden, dass er nur in seiner absoluten Autonomie von allen anderen sich selbst verwirklichen kann. So wurde jede Anerkennung der Autorität zerstört – denn jeder weiß am besten alles selbst. Es wurde auch jede Fähigkeit zu lernen zerstört – denn um zu lernen muss man gehorsam sein und den Lehrer als Autorität anzuerkennen. Und es wurde die Fähigkeit zu kommunizieren zerstört – denn um einen anderen Menschen zu hören bedeutet gleichzeitig aus seinem Ego – aus seinem absoluten Anspruch auf die Wahrhaftigkeit seiner eigenen Meinung – zurückzutreten. Als Resultat haben wir eine Gesellschaft von einsamen, in ihrem Ego gefangenen Menschen – meistens unfähig für jede Form einer gemeinschaftlichen Existenz – sei es Partnerschaft, Familie oder Gemeinschaft.

Wenn so viel zerstört wurde, musste das Vakuum mit irgendetwas ersetzt werden. Dieses  Vakuum wurde mit jede Mengen von Illusionen erfüllt und mit der weiteren Versklavung den Sinnen. Man muss kaufen. So viel wie möglich. Auch alles was man nicht braucht. Wie schafft man das? Indem die menschlichen Sinne – kranke und gefallenen – ständig stimuliert werden und nach eine neue Befriedigung verlangen. Der Mensch bleibt gefangen in seinem Ego und wird zum Sklaven seiner eigenen Sinnen und Lüsten gemacht. Wenn man nach irgendetwas Lust hat, muss man das sofort haben – lautet das Gesetz der Wirtschaft. Das Christentum lehr die Lüste zu kontrollieren und über sie zu stehen. Die Welt lehrt jeder Lust und Laune nachzugeben und sofort dafür sorgen, dass sie befriedigt werden.

Dieselbe Krankheit infizierte auch die Kirche im Westen. Die Religion wurde als „persönliche“ Sache definiert – jeder darf glauben und tun was er will und bleibt trotzdem ein Christ. Man spricht ständig von seinen persönlichen Erfahrungen, persönlichen Offenbarungen, persönlichem Glauben.  Das ist die große Krankheit der westlichen Zivilisation und der westlichen Kirche, dass das Christentum zur subjektiven, persönlichen Religion entwickelt und auf eine individuelle Erfahrung des Gläubigen reduziert wurde. Deswegen kommt es hier immer: „ABER ICH glaube“, „ABER ICH denke“, „ABER ICH fühle“ und so weiter. Während die persönlichen Erfahrungen zweifellos sehr wichtig sind – und finden auch immer statt – die entscheidende Erfahrung ist die Erfahrung der Kirche – des Leibes Christi. Die Sakramente gehören nicht dem Individuum. Sie gehören der Gemeinschaft – dem Leib Christi. Denn an den Sakramenten sind immer mehrere Menschen beteiligt: mindestens zwei und Christus in ihrer Mitte.

Das führt zu die Entstehung der unzähligen Sekten die mit dem Christentum und der ununterbrochenen 2000-jährigen Erfahrung der heiligen und apostolischen Kirche nichts zu tun haben. Wenn wir ganz ehrlich sein sollen, gibt es hier in diesem Land kaum noch Christen – wenn wir das Wort Christ nicht beliebig, sondern in seinem ursprünglichen Sinn verwenden. Viele klagen heute, dass sie keine geistliche Begleiter und Beichtväter mehr finden können – wissend, dass die heiligen Kirchenväter lehren, dass der spirituelle Fortschritt eines Christen ohne einen erfahrenen Begleiter und Beichtvater unmöglich ist. Keine Beichte und keine Beichtväter sind eben Resultat des religiösen Anarchismus – Verzicht auf die Gemeinschaft zu Gunsten des Individuums und natürlich die Versklavung durch die sinnliche Welt.  Alles in der Welt des Konsums ist nur auf die Sinne gerichtet – man muss immer etwas spüren, man muss immer die Sinne stimulieren, damit man immer wieder kauft und konsumiert. Und im religiösen Bereich ist es nicht anders geworden. Flieht davon! Die größten Heiligen waren dem Herrn in den Augenblicken der größten Schmerzen, physischen und seelischen, so nah wie noch nie. Sie haben an den Christi Leiden teil genommen. Sie sprechen von der dunklen Nacht der Seele, in der sie dachten von Gott ganz verlassen zu sein – aber eben in diesem Moment war ihnen Gott so nah wie noch nie!  Das ist der Grund, warum jeder von uns unbedingt einen Beichtvater braucht, der im rechten Glauben steht und uns immer korrigieren kann.

Und dann noch dieser Nonsens mit dem „direkten Zugang zu Gott“, die vor allem aus den evangelikalen Kreisen zu hören gibt – woher kommt denn das? Gott ist der Gott von Abraham, Isaak und Jakob, Er ist der Gott Israels, Er ist der Gott Seiner Kirche, wo zwei oder drei  sich in Seinen Namen versammeln, Christus ging nicht alleine, Er schickte immer Seine Apostel in Paaren – nur als Gemeinschaft, als Teil dieser Gemeinschaft, als Glieder des Leibes haben wir Gemeinschaft mit Gott.

Es ist an der Zeit das wahre Christentum zu entdecken. Zu realisieren, dass die westliche Kirche zum Produkt der Philosophie von Aristoteles und zum Sklaven der materialistischen Wirtschaft geworden ist. Es ist an der Zeit die wahre Kraft des Christentums zu entdecken – sich mit der wahren, 2000-jährigen kirchlichen Tradition auseinanderzusetzen, ein Teil dieser Kirche zu werden und in Demut und Freude Christus zu folgen.

„Denn viele werden unter meinem Namen auftreten und sagen: Ich bin der Messias!, und sie werden viele irreführen. Ihr werdet von Kriegen hören und Nachrichten über Kriege werden euch beunruhigen. Gebt Acht, lasst euch nicht erschrecken! Dasmuss geschehen. Es ist aber noch nicht das Ende. Denn ein Volk wird sich gegen das andere erheben und ein Reich gegen das andere und an vielen Orten wird es Hungersnöte und Erdbeben geben. Doch das alles ist erst der Anfang der Wehen.Dann wird man euch in große Not bringen und euch töten und ihr werdet von allen Völkern um meines Namens willen gehasst. Dann werden viele zu Fall kommen und einander hassen und verraten. Viele falsche Propheten werden auftreten und sie werden viele irreführen. Und weil die Missachtung von Gottes Gesetz überhandnimmt, wird die Liebe bei vielen erkalten. Wer jedoch bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet“ (Mt 24m 5.13)

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