Woran glauben wir eigentlich?

Noch mehr wundern mich diejenigen, die sagen: „ich bin Christ, *aber ich glaube* – und dann kommt meistens ganz viel Unsinn, das mit dem Christentum überhaupt nichts zu tun hat. Man ist bloß im Westen mittlerweile daran gewohnt, jede persönliche Philosophie „christlich“ zu nennen. Nun, die meisten Menschen, die ich hier im Lande begegne, wissen tatsächlich nicht, was Christentum ist, auch wenn sie brav und regelmässig in eine Kirche gehen.

Zwei Dinge muss man jedoch unbedingt wissen: Das eine ist, dass das Christentum keine Philosophie ist, an die man glaubt noch ein moralischer Gesetzkodex dem man folgt. Christentum ist Christus – die Person, Jesus Christus, der wahre Mensch und der wahre Gott. In Ihm und durch Ihn geschieht die Erlösung, die Vergebung der Sünden und die Möglichkeit der Unsterblichkeit und des ewigen Lebens.

Zweitens, wird das Wort „glauben“ immer missverstanden. Zu glauben im biblischen Sinne bedeutet „treue zu bewahren“ – was bedeutet mit dem Objekt des Glaubens identisch und eins zu werden. An Christus zu glauben bedeutet deswegen sich mit Christus zu identifizieren und zu Christus werden. „Theosis“, oder die Vergöttlichung, wie die Ostkirche das Ziel und den Sinn des Glaubens definiert, besteht in der Wiederherstellung des göttlichen Abbildes Gottes im Menschen, damit er wieder zur reinen und heiligen Ikone Gottes wird – was sein Urbild auch ist.

Der Glaube der Kirche wird durch das „Symbol“ des Glaubens – oder christlichen Credo, bekannt. Das Wort „Symbolum“ auf Griechisch bedeutet zwei Teile eines Ganzes, die voneinander getrennt und dann wieder zusammengefügt worden sind. So konnten die Menschen einander identifizieren, wenn sie zwei Teile zu einem gemacht haben – so dass daraus ein Symbol entstand. Alle Christen benutzen diese Bekenntnis als Symbol – wenn sie zusammen kommen und zusammen ihr Symbol zeigen und aussprechen – das Credo. Dieses Symbol macht sie zu einer Gemeinschaft von Christen.

Für all diejenigen, die noch nicht wissen, woran Christen glauben, würde ich empfehlen über dem Symbol des Glaubens zu meditieren:

Ich glaube an den einen Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde, aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge.

Und an den einen Herrn, Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, den aus dem Vater Geborenen vor aller Zeit. Licht vom Lichte, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater; durch ihn ist alles geschaffen.

Für uns Menschen und um unseres Heiles Willen ist er vom Himmel herabgestiegen, er hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist aus Maria, der Jungfrau, und ist Mensch geworden.

Gekreuzigt wurde er für uns unter Pontius Pilatus und hat den Tod erlitten und ist begraben worden und ist auferstanden am dritten Tage gemäß der Schrift.

Er ist aufgefahren in den Himmel und sitzet zur Rechten des Vaters.

Er wird wiederkommen in Herrlichkeit, Gericht zu halten über Lebende und Tote, und seines Reiches wird kein Ende sein.

Ich glaube an den Heiligen Geist, den Herrn und Lebens-spender, der vom Vater ausgeht. Er wird mit dem Vater und dem Sohne angebetet und verherrlicht. Er hat gesprochen durch die Propheten.

Ich glaube an die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche.

Ich bekenne die eine Taufe zur Vergebung der Sünden.

Ich erwarte die Auferstehung der Toten und das Leben der

zukünftigen Welt. Amen.

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