Wo sich die Wahrheit zeig

In der fragmentaren, sensuelen und gefallenden Welt sucht der Mensch die ganze Zeit danach, seine Sinne zu stimulieren und zu befriedigen. Die ganze Zeit muss etwas „prickeln“, man sucht ständig nach Beweise und Bestätigungen in seinen eigenen Sinnen. „Fühlt sich gut an“, „es tut mir gut“, „ich spüre…“ Durch die Sinne definiert man auch die Wahrheit. Und erschafft seine eigene Religion in der „Gott“ der Stimulierung und der Befriedigung der Sinnen, Leidenschaften und Gefühlen dient.

Das Christentum lehrt, dass wir können uns nicht auf unsere Sinne und Gefühle verlassen. Die sind verwundet und gefallen und als Bild dafür werden die Fünf Wunden Christi in der Kirche gesehen. Erst wenn wir am Kreuz für die Welt gestorben und mit Christus als Neue Schöpfung auferstanden sind, werden unsere Sinne und Gefühle sich erneuern – sie werden zu Sinnen Christi – im buchstäblichen Sinne und nicht im theoretischen und philosophischen.

Der weltliche Mensch kann das nicht begreifen und sucht immer nach Bestätigungen: entweder nach „Wunder“ oder nach philosophische, rationale Erklärungen. „Die Juden verlangen nach Wunder“, schreibt der hl. Apostel Paulus, „und die Griechen suchen die Weisheit“. Christus hat eine Menge von Menschen geheilt, Tausende gesättigt, Toten erweckt, Wasser in den Wein verwandelt, Blinden das Augenlicht zurückgegeben, Aussätzigen rein gemacht – und wurde von allen verleugnet und allein gelassen. Wo waren all diese Menschen, die die großen Wunder Gottes erlebt haben?

Und die Weisen dieser Welt haben den Herrn der Herrlichkeit nicht erkannt. Die ganze Philosophie und Studium und die menschliche Weisheit konnte ihre Blindheit nicht heilen.

Deswegen verlassen wir uns auf keine Gefühle, auf keine Zeichen, auf keine Wunder. Nur auf Christus verlassen wir uns, der heute das Haupt Seiner Kirche – Seines Leibes ist. Nur Er ist unsere Hoffnung und nur in Ihm finden wir das ewige Leben, egal ob wir etwas spüren, ob etwas prickelt, ob es uns „gut“ geht oder nicht. Frieden und Freude sind Zustände, die mit der emotionalen und sensuellen Seite des Menschen nichts zu tun haben. Denn nicht die Gefühle, sondern dieser Zustand „in-Christus-sein“ haben den Märtyrern geholfen die schrecklichsten Folter und Tod mit Freude und Gebet anzunehmen. Das ist die Kirche, die heilige apostolische Kirche, die uns seit zwei tausend Jahren diese Erfahrung vermittelt und diesen Weg lehrt. Das ist in der Kirche, dass wir allein uns sicher fühlen können – unter der spirituellen Begleitung unserer Beichtväter – ohne auf seine eigene kranke emotionale Welt verlassen zu müssen und dort nach die Bestätigungen und Gefühle zu suchen.

Und wer Ohren hat, der höre! „Wir dagegen verkündigen Christus als den Gekreuzigten: für Juden ein empörendes Ärgernis, für Heiden eine Torheit, für die Berufenen aber, Juden wie Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit. Denn das Törichte an Gott ist weiser als die Menschen und das Schwache an Gott ist stärker als die Menschen“ (1 Kor, 23-25)

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