Was wissen wir über Gott?

Mich wundern immer Christen, die meinen, am besten zu wissen, was Gott will und was nicht, was Er tut und was Er lassen soll, was Er kann und was nicht. Ich sehe da einen persönlich „gott“ der nach dem Abbild des Menschen geschaffen worden ist und keinesfalls den Schöpfer aller sichtbaren und unsichtbaren Welten, dessen Weisheit ist unendlich größer als jede menschliche Vorstellung und wessen Wege  wunderbar und unergründlich sind. In der biblischen Religionen, außerdem, existierte nie eine persönliche, sondern immer eine kollektive Offenbarung.

Gott sprach nie zu einer Person um dieser Person willen, sondern Er sprach immer zu einem Volk und später zu Seiner Kirche. Deswegen findet die Offenbarung Gottes nur in der Kirche, die der Leib Christi ist, statt – und diese Offenbarung ist immer einheitlich und kollektiv. Sie äußert sich in der ununterbrochenen Erfahrung der christlichen Kirche. Sie ist gegeben dem ganzen Leib und nicht seiner einzigen Glieder.

Denjenigen, die tatsächlich glauben, Gott des Universums in ihrer Tasche oder noch schlimmer, in ihrem äußerst begrenzten Verstand zu haben, würde ich empfehlen über die folgenden Worte zu meditieren:

Hör dir dies an, Ijob! Steh still, /

um die Wunder Gottes zu betrachten.

15Weißt du, wie Gott ihnen Auftrag gibt, /

wie das Licht seiner Wolke aufstrahlt?

16Weißt du um der Wolke Schweben, /

um die Wunderwerke des Allwissenden?

17Du, dem die Kleider vor Hitze glühen, /

wenn die Erde unter dem Südwind liegt,

18wölbst du gleich ihm das Wolkenfirmament, /

das fest ist wie ein gegossener Spiegel?

19Lehre du uns, was wir ihm sagen sollen. /

Wir können wegen des Dunkels nichts vorbringen.

20Muss man ihm erst erzählen, wenn ich rede? /

Muss es erst einer sagen, / damit es ihm mitgeteilt wird?

21Und nun, wenn man das Sonnenlicht nicht sieht, /

ist es verdunkelt durch die Wolken, / ein Windhauch bläst und fegt sie weg.

22Vom Norden naht ein Lichtglanz, /

um Gott her ist schreckliche Herrlichkeit.

23Den Allmächtigen ergründen wir nicht, /

er ist erhaben an Macht und Recht, / er ist reich an Gerechtigkeit; Recht beugt er nicht.

24Darum sollen die Menschen ihn fürchten. /

Keinen sieht er an, wie weise sie auch sind. (Hiob 37)

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