Sakrament der Beichte

Das, was den Menschen am meisten hindert am heiligen Mysterium der Versöhnung – Sakrament der Beichte – teilzunehmen, ist Stolz. Das verlangt schon sehr viel Mut und Demut, sich auf die Beichte entsprechend vorzubereiten und die Sünden in der Anwesenheit seines Beichtvaters zu bekennen. Die heiligen Väter schreiben, dass die Menschen neigen sich stattdessen, vor ihrem imaginieren Gott die Sünden zu bekennen und sich selbst die Absolution zu erteilen. Dieser „Gott“ schweigt immer, verlangt nichts, akzeptiert alles. Dieser „Gott“ kurzum, ist ein Idol – das Ego des Menschen.

Denn wer der Mensch sich schämt oder stolz ist, seine Sünden im Sakrament der Beichte in der Anwesenheit eines sterblichen Menschen zu bekennen, wie kann er den Mut haben, sich vor dem Thron der Herrlichkeit Gottes zu kommen? Wenn der Mensch nicht genug Reue empfindet, um seine Sünden in der Kirche zu bekennen, weil er als Glied des lebendigen Leibes Christi für die Gesundheit und das Wohlsein des ganzen Körpers Verantwortung trägt – mit welcher Reue wird er denn vor dem gerechten Richter der Lebenden und den Toten auftreten?

Wer sich vor den sterblichen Menschen schämt und nicht vor dem Allmächtigen Gott, hat das Evangelium und das Christentum noch nicht verstanden.

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