Liturgische Gesänge in der Orthodoxen Kirche

In der orthodoxen Kirche wird sehr viel gesungen. Hier sind einige Begriffe, die jeder, der sich für den Orthodoxen Glauben interessiert, wissen sollte:

„Glasen“ oder „Stimmen“. Es gibt acht Stimmen, die für das Singen der Liturgie und Gebeten verwendet werden. Vier „geraden“ oder „hohen“ und vier „zweitrangigen“ oder „niedrigen“. Für jede Woche des Kirchenjahres werden verschiedene Stimmen gebra

ucht, von 1 bis 8, sodass jede Stimme wird alle acht Wochen wiederholt.

Tropar (vom Griechischen „Ton“, „Melodie“, „Stimme“) gehört zu den ältesten kirchlichen Gesängen. Tropar ist ein kurzes Lied, das einen oder mehreren Heiligen verherrlicht oder erzählt von der Bedeutung eines Feiertages. Tropar ist auch ein in sich abgeschlossenes Gebet. Tropar gehört zu den schönsten Gesängen und wird als eine Krönung z.B. des Stundengebets betrachtet. Die älteste Erwähnung des Tropars finden wir in der Kirchenregel der großen Kirche von Konstantinopel. Tropar ist ein Gesang, das sich nicht auf die Heiligen Schrift bezieht, also weder ein Psalm noch ein biblisches Lied.

Kondak (vom Gr. „ein Stock“, auf den die Pergamentrolle gewickelt wurde). Ein kurzes Gesang, meistens nur eine oder zwei Zeilen, die Tropar ergänzen.
Antiphon (vom Gr. „gegen“ und „Laut“, „Stimme“) bedeutet abwechselndes Gesang. Wenn zwei Chöre sind anwesend, wird eine Strophe von einem Chor gesungen und die nächste vom zweiten Chor. Antiphon wird meistens für das Singen von Psalmen angewendet.

Akathistos (vom Gr. A-kathizo – „nicht sitzen“ – Hymne, wenn gestanden und nicht gesessen wird) sind besondere Lobgesänge zur Ehre des Erlösers, der Heiligen Gottesmutter oder Heiigen. Akathistos bestehen aus 25 Gesängen, die der Reinfolge des Griechischen Alphabets entsprechen. 13 Kondak-Gesänge und 12 Ikos (große Lobpreis). Ikos endet immer mit : „Freue dich“ und Kondak endet immer mit „Alleluja“. Der erste Akathistos wurde zur Ehre der Heiligen Gottesmutter im Jahr 626 verfasst.

Irmos (Gr. „Verbindung“, „Verflechtung“, „Reihe“) ist die erste poetische Strophe eines Kanones (z.B. Akathistos), die dient als eine Verbindung zwischen verschiedenen liturgischen Gesängen. Irmos wird in der Regel vorm Tropar gesungen.
Kanon (Gr. „Regel“, „Maß“, „Norm“) ist eine Art der kirchlichen Poesie. Kanon ist eine Hymne oder eine Gedicht mit einer komplizierten Struktur, die meistens die alttestamentliche Bilder mit den neutestamentlichen vergleicht und erklärt. Kanon besteht aus neun Lieder, erste Strophe ist Irmos, alle andere – Tropar.

Stichira (Gr. „viele-Verse“) ist ein kirchliches Gesang, das im Rhythmus eines Gedichts (vier Strophen) verfasst ist.

Prokimen (Gr. „vorausgegangen“) ist ein Vers aus den Psalmen, das von dem Leser oder dem Diakon gesungen wird, worauf das Chor ihn wiederholt oder darauf antwortet.

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