Die Kraft der Kirche

Die Kraft der Kirche wird vollkommen durch ihre Schwäche manifestiert. Weil nur durch die Erkenntnis der menschlichen Unfähigkeit entdecken wir die Möglichkeit des Lebens in der Liebe Gottes, die den Toten die Auferstehung schenkt. Isoliert in der Selbstgenügsamkeit, zufrieden mit unseren Tugenden, unserer Wirkkraft, unseren Resultaten und unserem Vernunft, wir lassen keinen Raum für die Verleugnu

ng unseres Lebens, unseres „ich’s“, unseres Egos und für die Veränderung unserer gesamten Natur, die befreit die lebensspendende Möglichkeit der Liebe. In derselben Maß, wie wir erwarten die Früchte des Lebens (Erlösung, Gerechtfertigung, Unsterblichkeit) durch unsere Religiosität, Moral, institutionelle Produktivität, in so fern distanzieren wir uns vom wahren Leben. Die Unvollkommenheit der Kirche, die uns so sehr stört, beweist bloß wieder und wieder den utopischen Charakter unserer moralistischen Ambitionen für die „Erneuerung“ der Menschheit.

Das ewige Leben, das die Kirche verkündet, beginnt jedoch an der Stelle, wo alle menschliche Möglichkeiten aufhören. Wo es keine Ansprüche auf eigene, von Gott unanhängige Existenz oder individualistischer Wunsch, sein Leben für sich selbst zu gestalten mehr gibt. Dieses Zeugnis hat die Kirche immer und immer wieder durch ihre Asketen und Märtyrern abgelegt – vom ihren ersten Tag und bis heute. Das Leben bedeutet nicht ein individuelles Überleben, sondern die Verleugnung eigens Leben – bis zum Tod, durch die Gnade der Liebe für Gott, die uns IN Jesus Christus offenbart und geschenkt wurde.

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