Glaube und Egozentrismus

Eine der größten Krankheiten unseres Zeitalters ist die innere und äußere Zerstreutheit. Ihr Wurzel ist Stolz und daraus entstehende Egozentrismus. Nur auf sich selbst und auf eigene Lust und Laune gerichtet, rebelliert der Mensch gegen jeder Gemeinsamkeit. Nur seine eigene Gedanken, Offenbarungen, Dogmen, Auslegungen und Vorstellungen gelten. Das Ziel ist nicht die Gemeinschaft, sondern die Aufbau eigenes Egos. Man arbeitet nicht für die Gemeinschaft, sondern nur für sich selbst.

Das Christentum ist dagegen ohne Gemeinschaft nicht denkbar. Und jeder der meint, die Kirche kann aus einem einzigen Menschen bestehen (oder unter Umständen aus zwei-drei anderen, die dieselbe Meinung teilen) verschaffen sich bloß eine neue Illusion und entfernen sich noch weiter von der Heiligen Wurzel, die alles trägt. Christus lebt in Seiner Kirche – die Sein Leib und Seine reine und heilige Braut ist. Er wirkt in Seiner Kirche mit dem Heiligen Geist, stärkt die Gemeinschaft der Gläubigen, offenbart ihnen Seine Geheimnisse, führt sie zusammen an die Erfüllung des Glaubens. Diese Offenbarung ist in der ersten Linie eine kollektive Offenbarung – seit der ersten Pfingsten und bis zum heutigen Tag. Die Glieder des Leibes arbeiten für und mit einander und niemals gegen einander. Sonst wird der Körper krank und muss sterben. Immer wieder betet unser Herr um die EINHEIT Seiner Gläubigen. Und die Einheit der Gemeinschaft ist nur dann möglich, wenn die kollektive Offenbarung und die kollektive Erfahrung der Kirche höher geschätzt wird, als die subjektive und persönliche.

Das bedeutet keinesfalls, dass Gott mit jedem von uns nicht ganz persönlich einen persönlichen Weg geht. Aber das geschieht nur innerhalb Seines Leibes und nicht außerhalb. Jeder von uns hat eigene Berufung und eigenen, individuellen Platz innerhalb des Leibes Christi – aber wir arbeiten für einander und miteinander – im Gehorsam und in Demut. Es gibt nur ein Haupt – Christus selbst. So wird die Kirche Christi auch erkannt – ihre zwei Haupteigenschften sind Einheit des Glaubens und die brüderliche Liebe.

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