Gedanken zum Leib Christi

Der Leib Christi, die heilige, katholische (im Sinne von Universal und nicht im Sinne von „römisch“), apostolische und orthodoxe (im Sinne von „rechtgläubig“ und nicht im Sinne von z.B. „russisch-orthodox“) Kirche ist ein „Leib“ – eine lebendige Verbindung der Gläubigen, gegründet auf einer kollektiven Offenbarung, kollektiven Erfahrung und auf dem kollektiven Bekenntnis. Genau so wie wir in unserer irdischen Dimension der „Röcke aus Fellen“ (Gen. 3,20; Kommentare von hl. Maximus dem Bekenner) der Geist vom Körper nicht trennen können, so können wir auch nicht ganz den „organisierten Leib“ vom lebendigmachenden Geist trennen. Die sind miteinander verbunden. Der Leib, sterblich und unvollkommen, wird jedoch durch den Geist in den neuen Leib verwandelt. Denn der Geist drückt sich durch den Leib aus. Hier ist bloß die Frage der Hierarchie. Ist der Leib dem Geist untertan, sind die Begierden und sündige Leidenschaften des Leibes besiegt, triumphiert der Geist in jedem körperlichen Ausdruck und in jeder Bewegung, dann ist der Leib auf dem Weg zu seiner ultimativen Erlösung und Verwandlung in Christus. Ist der Geist dem Leib und seinen Begierden untertan, wird sogar der Geist „fleischlich“, lehren die Kirchenväter. Im Bereich der irdischen Kirche führt diese falsche Hierarchie unausweichlich zum Pharisäertum. Wenn dein Auge hell ist, wird dein ganzer Körper hell sein. Wenn jedoch das Licht in dir Finsternis ist, wie groß ist die Finsternis! Klar, in den meisten Kirchen (die römische und die russisch-orthodoxe können dafür als ein ganz besonders trauriges Beispiel dienen) in ihrem Apparat haben mit dem Evangelium öfters so gut wie NICHTS gemeinsames. Aber da bleibt wohl das Wort des Herrn immer noch gültig: „Alles nun, was sie euch sagen, tut und haltet; aber handelt nicht nach ihren Werken! Denn sie sagen es und tun es nicht“ (Mt 23,3).

Das was z.B. viele protestantische Geschwister, meiner Meinung nach, nicht unterscheiden können, ist die Lehre und die Organisation. Es gibt nichts, was man der Lehre der Kirchenväter einwenden kann. Der Organisation der Kirchen kann man jedoch sehr viel vorwerfen. Aber ist es ein Grund, der Lehre nicht zu folgen? Und die Geschichte zeigt, dass egal wie progressiv eine neue protestantische Richtung sein mag, es kommt immer zu einer neuen Spaltung. Weil es gibt keine einhaltige Lehre, keine Tradition, und alles wird dem Individuum und seiner mehr oder weniger subjektiven, persönlichen Offenbarung überlassen. So sind auch alle Sekten entstanden, ob Mormone, Zeugen Jehovas oder Adventisten. Die Kirche ist der Hüter der kollektiven Offenbarung und der kollektiven Erfahrung, die für den Christen, die mit Gott ihren sehr persönlichen und individuellen Weg gehen, als Maßstab dienen – damit sie in der Gemeinschaft des Leibes bleiben können. Mit dem anderen Wort, dass sie einfach Christen bleiben. In demselben Moment, als ich mich von diese kollektiven Erfahrung, Offenbarung und Bekenntnis trenne, erfinde ich meine eigene Religion. Sie mag schön und toll sein und viele Anhänger finden – aber sie ist kein Christentum mehr. Sie ist nicht länger auf dem einzigen Fundament des Christentums gegründet. Sie ist nicht mehr von der Wurzel, die alles trägt, ernährt. Ich vermute, dass egal wie edel und schön alle Absichten sind, die dürren Strukturen zu verlassen und sich an etwas völlig neues und frisches zu wenden, sich allein „vom Geist“ leiten zu lassen und in der eigenen Offenbarungswelt zu versinken, die eigentliche Motivation ist und bleibt der Stolz.

Stolz, die Erfahrung der Kirche und ihre 2000 jährige Lehre in Frage zu stellen und mit der eigenen Erfahrung und Lehre zu ersetzen. Das ist Stolz, die Träger dieser ununterbrochenen Tradition als irrenden zu verurteilen. Und auch wenn das Urteil gerecht ist, dass, viele kirchlichen Amtträger ein unwürdigen Leben führen, dann der Weg wäre immer noch der Lehre zu folgen und nicht ihrem schlechten Beispiel. Die Kirche immer bestand und besteht bis heute aus Menschen. Viele diese Menschen werden zu Heiligen. Aber nicht alle. In welche Gruppe wir werden wollen, liegt nur und ausschließlich an uns. Es gibt eine Wolke von Zeugen, die das gemacht haben. Das ist dem schlechten Tänzer meistens, dass der Tanz nicht gefällt.

Natürlich, gibt es auch viele klare Sterne die um Westen aus und nach der Reformation entstanden sind. Aber wo ist der Geist der früheren Methodisten? Wo ist die Erweckung von Ch. H. Spurgeon oder Ch. Finney? Kirche, der Leib Christi, sichert die Kontinuität der Offenbarung, in der eine neue die ältere nicht ersetzt, sondern ergänzt und vertieft. Das auf dem fruchtbaren Boden der Kirche, dass die neuen Heiligen gedeihen. Das ist die Kontinuität der Tradition, Kontinuität des gemeinsames Bekenntnis und des Lebenswandels, die uns zum Teil des Leibes CHRISI machen. Damit alles EINS wird. Und alles kann nur dann EINS werden, wenn diese Voraussetzungen der Gemeinsamkeit und der Kontinuität erfüllt sind. Alles anderes ist New Age – die neue Religion, die nur eigenes Ego anbetet.

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2 Antworten zu Gedanken zum Leib Christi

  1. bikerpfarrer schreibt:

    Lieber Baruch, gern mach ich deinen Blog bekannt. Magst du gelegentlich auch etwas von mir weitergeben? LGB

    • Lieber Bernd, danke und KLAR – von Dir werde ich alles mit größter Freude weitergeben. Nun musst Du mir ein wenig helfen, denn ich noch keinen Überblick wie und was man hier macht, habe. Also, Anweisungen, bitte! LG und Gottes Segen!

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