Die wahre Berufung

Wenn der Mensch, der beschlossen hat, seiner von Gott gewollten Berufung zu folgen realisiert, dass er am Ende der Sackgasse steht; wenn er endlich aufgehört hat, seine Kraftlosigkeit und Schwäche auf die Umstände und andere Menschen zu schieben, sondern im Lichte der Selbsterkenntnis nicht einmal wagt, seine Augen zum Himmel zu heben und alles was er über seine Lippen bringen kann ist: „Herr, ich kann nicht. Sei mir dem Sünden gnädig“; dann, ohne das zu realisieren, steht er auf der geheimen Schwelle, die nur die wenigsten Menschen erreichen. Alles was er machen muss, ist bloß nur noch ein Schritt in das absolute Dunkel, ohne jeglichen Halt in sich selbst oder in den anderen zu suchen. Denn er kann dort nicht gefunden werden. Bloß noch ein Schritt und die Worte Christi werden erfüllt: „Was für Menschen unmöglich ist, ist möglich für Gott“. Nur wer diesen Schritt macht, überquert die Grenze der Mittelmässigkeit und von der feigen und begrenzten Phantasie der Menschen gemachten Rahmen des „Möglichen“. Nein, ohne Gott kannst du nichts machen. Aber Gott kann in dir und durch dich alles machen. Die Letzen werden die Ersten sein. Das ist ein Gesetz. Und je weniger es von dir übrig bleibt, desto mehr die Kraft Gottes in dir offenbart werden kann. Im selben Moment wenn der Mensch mit seinem ganzen Wesen realisiert, erkennt und sagt: „ich (bin) nichts“, werden in ihm die Quellen der unvorstellbaren göttlichen Kraft geöffnet, die sonst mit seinem Ego, seinem „ich bin“ und „ich kann“ überschüttet und begraben sind.

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